02.05.2017 | Kaffee

Bund und Länder wollen Kinder und Arbeit noch attraktiver machen

Abgabe von Säuglingen direkt nach der Geburt

©Gebhart Gruber / pixelio.de

Bund und Länder wollen noch in diesem Jahr über einen Gesetzentwurf beraten, der es Eltern erlaubt, direkt nach der Geburt ihres Kindes wieder arbeiten zu gehen. Die Übergabe der Säuglinge soll direkt vom Krankenhaus aus an die speziell eingerichteten Kitas erfolgen. Um den Kostenrahmen übersichtlich zu halten, sollen sich um je 10 Babys ein gelernter Erzieher und 5 Langzeitarbeitslose kümmern. Der Entwurf gilt für so gut wie angenommen da er Arbeitgeber und Steuerzahler sowie Kranken- und Rentenkassen entlasten könnte.

Sarah brachte mich heute Abend auf dieses Thema, welches mich eigentlich schon länger beschäftigt. Eine Arbeitskollegin in der Offenen Ganztagsschule hatte ihr erzählt, wie stark sich der Umgang mit der Verantwortung für unsere Kinder in den letzten 20 Jahren verändert hat. Auch ich sehe, das Eltern ihre Kinder möglichst früh und lange in die Verantwortung anderer geben um selbst arbeiten zu gehen. Oder um keine Verantwortung tragen zu müssen was aus ihren Sprösslingen wird? Es soll Eltern geben, die ihre Kinder um 16.30h irgendwo abholen und stöhnen, das sie sich jetzt noch mit ihnen beschäftigen müssen. Kita-Plätze und Betreuungsangebote für Nachmittags werden weiter ausgebaut.

Und die Kinder? Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert Arbeit folgender Maßen:

Arbeit ist zielgerichtet, sozial, geplant und bewusst

  1. Die Kinder haben schon in der Kita Lernziele: Zielgerichtet
  2. Die Kinder sind in einer Gruppe: Sozial
  3. Die Kinder kommen um 7:30h und gehen um 16:30h: Geplant
  4. Die Kinder nehmen wahr das sie von zuhause weg sind: Bewusst

Fällt euch was auf? Das Kind ist 9 Stunden am Tag arbeiten. Wahrscheinlich länger als seine Eltern.

Und die Chefs?

Erzieherinnen und Erzieher haben glaube ich einen sehr harten Job. Sie müssen wahnsinnig viel Leisten und tragen die ganze Verantwortung die ihnen von den Eltern auferlegt wurde. Klar, haben sie sich selbst ausgesucht. Aber die Umstände unter denen sie das tun könnten meiner Meinung nach oft deutlich besser sein.

Ja, Jakob ist auch schon mit 2 Jahren in den Kindergarten gekommen. Aber er wollte einfach nicht mehr gehen wenn wir Emily gebracht oder abgeholt haben. Und es ist weder für Emily noch für Jakob ein Zwang. Wir nehmen uns die Freiheit zu entscheiden ob sie heute gehen oder nicht. 


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