24.04.2017 | Kaffee

Anzeige gegen Flüchtling

Iraner behandelt Tochter zu nett

©Timo Klostermeier/pixelio.de

Weil ein Flüchtling seine Tochter (4) so anhimmelnd ansah rief der Vater des kleinen Mädchens die Polizei. Er habe sich Sorgen um die Motive des Mannes aus dem Iran gemacht. Auch die freundliche Art und Weise wie er seine Tochter ansprach machte dem Vater sorgen. Der Iraner beschäftigte sich sehr aufmerksam und wohlwollend mit dem Mädchen, zeigte ihm Fotos aus seiner Heimat, von seiner Familie und seinen Kindern auf dem Handy. Dabei unterhielten sich die beiden. Ob eine Anzeige Bestand haben kann ist noch nicht gewiss, die Polizisten vor Ort konnten die Situation gelassen lösen.

Nicht ganz unwahr

Ganz aus der Luft gegriffen ist die Geschichte nicht. Ich bin seit einiger Zeit ehrenamtlich in der AWO Werkstatt tätig. Da wird Menschen geholfen Fahrräder zu reparieren, Möbel werden für Bedürftige aufbereitet, Flüchtlingshilfe ist auch ein großes Thema. Klar das sich da auch viele Menschen aus vielen verschiedenen Kulturen treffen.

Einen Freitag hatte ich also Emily mit. Ich war mit meiner Arbeit beschäftigt, Emily war unterwegs am quatschen und spielen. Zwischendurch habe ich dann mal nach ihr gesehen. Da saß sie also auf ihrem Kettcar, neben ihr hatte sich ein Mann hingekniet. Der sah sie so anhimmelnd an das ich mir echt kurz überlegt habe was ich damit jetzt machen soll. Ich hab mir das dann ein wenig angesehen und bin zu dem Entschluss gekommen, das ich mich mal dazu geselle und gucke was die so machen. Ich glaube ich habe jetzt seine ganze Familie gesehen, wunderschöne Landschaften im Iran, wie er als Baby aussah...

Ich muss ehrlich gestehen das wir deutschen fremde Kinder in der Regel nicht so herzlich behandeln. Der Mann hat sich echte Zeit genommen und Emily als kleines Wunder angesehen. Was sie ja auch ist. Alleine das Knien vor einem Kind um mit ihm auf Augenhöhe sprechen zu können zollt dem Kind den Respekt den es verdient. Das diese Situation im ersten Augenblick so befremdlich für mich war ist eigentlich traurig.

Und noch eins zum Schluss aus gegebenem Anlass: Wenn einer sagt die Flüchtlinge haben alle so tolle Smartphones und darum geht es denen so gut. Er hat wahrscheinlich alle Fotos aus seiner Heimat, aus seiner Kindheit, von seinen Eltern, Großeltern, von Städten die jetzt in Schutt und Asche liegen auf diesem kleinen Gerät. Schuhkartons voll mit Fotos kommen auf so einer Flucht wahrscheinlich nicht so gut. Wer weiß ob er die dann noch Emily hätte zeigen können.


Papi-Lapapp auf Facebook

Zur Übersicht

Kommentare(0)

There are no comments.